Ich bin früh eingestiegen und habe daraus eine Aufgabe gemacht.
Seit Ende 2022 beschäftige ich mich intensiv mit Generativer KI: mit Werkzeugen wie ChatGPT und Claude und mit dem Rahmen, der festlegt, wie weit solche Systeme selbstständig arbeiten dürfen. Ich habe nicht auf ein offizielles Programm gewartet, sondern mit den naheliegenden Dingen angefangen — eigene Assistenten, Zusammenfassungen von Besprechungen, Vorbereitung von Gesprächen. Das war der Einstieg, nicht das Ziel; von dort ging es weiter zu ganzen Arbeitsabläufen.
Aus diesem persönlichen Lernen wurde bald tägliche Praxis. Ich habe eigeninitiativ KI-Sprechstunden für Kollegen und Führungskräfte eingeführt und daraus feste Formate gemacht. Vor allem aber habe ich sie ermutigt, Dinge selbst auszuprobieren. Darum geht es mir bis heute. Aus einer anfangs informellen Initiative wurde eine offizielle Führungsrolle, als Director AI Enablement und Adoption.
Parallel dazu wuchs ein zweiter Schwerpunkt: die persönliche Begleitung einzelner Führungskräfte bis in die oberste Ebene. Wer ein Unternehmen führt, kann KI nicht delegieren und dann beurteilen — er muss selbst damit gearbeitet haben. Aus diesen Terminen ist über die Zeit ein eigenes Format geworden, das heute den Kern meiner Arbeit bildet.
Genau das mache ich heute eigenständig: KI dort verankern, wo entschieden und wo täglich gearbeitet wird — mit Führung und Teams an ihren echten Aufgaben, mit den Werkzeugen, die im Haus bereits freigegeben sind. Meine Rolle bleibt dabei die von außen: Impulsgeber, Übersetzer, Challenger und Sparringspartner. Nicht Systemintegrator, nicht Prozessberater, nicht Projektleiter — umgesetzt wird im Haus.
Ich messe eine Sitzung nicht daran, wie viel Stoff wir geschafft haben, sondern daran, was die Teilnehmer danach selbst können. Lieber ein Thema, bis es sitzt, als fünf im Schnelldurchlauf. Die häufigste Rückmeldung ist deshalb nicht „interessant", sondern „das habe ich am nächsten Tag gleich benutzt".
Das reicht von der ersten eigenen Anweisung an eine KI bis zu der Frage, welche Vorhaben ein Unternehmen priorisiert — und welche es bewusst sein lässt.