Ein Drittel der großen börsennotierten US-Unternehmen erwähnt in seinen Quartalsberichten inzwischen, dass Künstliche Intelligenz die Geschäftszahlen beeinflusst. Nur ein Fünftel davon kann eine konkrete Zahl dazu nennen. Der Rest bleibt bei der allgemeinen Aussage, KI helfe irgendwie.
Diese Lücke ist eine Randnotiz in einer größeren Bestandsaufnahme der KI-Wirtschaft, über die Nathaniel Whittemore im AI Daily Brief spricht. Das Analysehaus Exponential View hat für seinen Bericht "The State of the AI Economy" die Zahlen von über tausend KI-Firmen zusammengetragen. Die großen Werte klingen beeindruckend: ein Jahresumsatz von rund 175 Milliarden Dollar, dreimal schneller gewachsen als jede frühere Technikwelle. Gemessen an der gesamten US-Wirtschaft ist das mit 0,42 Prozent trotzdem noch klein.
Die Zahl, die hängen bleibt, ist eine andere. Firmen, die kaum Geld für KI ausgeben, sind in den letzten drei Jahren etwa so schnell gewachsen wie die US-Wirtschaft insgesamt, also um 15 bis 20 Prozent. Die oberen 25 Prozent der KI-Investoren legten im selben Zeitraum um mehr als 100 Prozent zu. Wer viel in KI steckt, wächst also fünf- bis siebenmal so stark wie wer es lässt.
Der Zusammenhang beweist aber nichts über die Richtung. Firmen, die ohnehin schnell wachsen, geben mehr aus — für Vertrieb, für Personal, auch für KI. Ob die KI-Ausgaben das Wachstum treiben oder das Wachstum die Ausgaben erlaubt, lässt sich aus einer solchen Zahl nicht ablesen. Für ein Unternehmen, das vor der eigenen Entscheidung steht, ist die Frage nach der Ursache jedoch die einzige, die zählt. Ein Budget für KI zu haben und daraus einen messbaren Nutzen zu ziehen, sind zwei verschiedene Dinge. Das zeigt schon der Abstand zwischen dem Drittel, das von Wirkung spricht, und dem Fünftel, das sie beziffern kann.
Der Bericht liefert dafür einen zweiten Hinweis. Von den Firmen, die überhaupt konkrete Effekte nennen, sprechen sieben von zehn über eingesparte Kosten oder schnellere Abläufe. Das ist der Nutzen, der sich am leichtesten messen lässt, und oft der erste, der sich zeigt. Er entsteht aber erst, wenn Menschen ihre Arbeit tatsächlich umstellen. Das größte KI-Budget bringt wenig, solange der Arbeitsalltag der gleiche bleibt. Den Vorsprung, den die Zahlen zeigen, holt sich, wer die Werkzeuge in veränderte Abläufe übersetzt.